Ahmad Abul Baraa
Ahmad Abul Baraa ist ein Palestinenser, der im Libanon geboren ist. Seine Eltern sind beide Palestinenser, die nach Libanon ausgewandert sind. Die Bedingungen im Libanon waren für die Familie sehr schwierig und sie kämpften ums überleben. Sie waren sehr arm und hatten kaum zu Essen. Ahmad Abul Baraa erlebte als kleiner Junge den Bürgerkrieg im Libanon mit vielen Toten und sah Leichen auf der Strasse. Im Knabenalter (mit ca. 7 bis 8 Jahren) kam Ahmad Abul Baraa mit seinen Eltern nach Deutschland, da die Eltern das Überleben der Kinder sichern wollten. Sie planten später wieder in den Libanon zurückzukehren, was sie schlussendlich jedoch nicht taten.
Leben in Deutschland
Für Abul Baraa war es sehr schwierig in Deutschland zurechtzufinden, aufgrund des grossen Kulturunterschieds zwischen der arabischen und der deutschen Kultur. Zur Zeit wo die Familie nach Deutschland kam, lebten wenige Muslime in Deutschland. Arabische Familien gab es kaum, sondern mehrheitlich türkischstämmige Gastarbeiter.
Abul Baraa war in der Grundschule in den ersten Jahren, bis zur siebten Klasse sehr demotiviert. Er hatte viele Probleme mit Mitschülern. Er war sehr gut im Sport. Nach der Grundschule ging er in die Hauptschule. Ab diesem Zeitpunkt begann er sich in der Schule zu bemühen. Er absolvierte die Hauptschule von der siebten bis zur zehnten Klasse erfolgreich. Er bekam eine Realschulempfehlung. Danach absolvierte er eine Schule, wo er eine Gymnasialempfehlung erhielt. Danach besuchte er die gymnasiale Oberstufe für drei Jahre und erhielt sein Abitur. Anschliessend studierte er Wirtschaft mit einem zweier Durchschnitt im Diplom.
Obwohl Abul Baraa sein Studium erfolgreich abschloss, hatte er das Sehnsuchtsgefühl wieder zurückzukehren.
Abul Baraa wuchs nicht in einem sehr religiösen Haushalt auf. Im Pubertätsalter begann Abul Baraa zu beten, hatte jedoch kein religiöses Umfeld. Damals gab es sehr wenige Moscheen in Deutschland und noch weniger Unterrichte und Predigten. Er hatte einen Bekannten, der ihm das Gebet beigebracht hat, nach einigen Jahren hatten sich jedoch ihre Wege getrennt. Abul Baraa hatte damals kaum Zugriff auf islamisches Wissen, deshalb entschloss er sich die Religion von grundauf zu lernen. Er lernte einen Scheich kennen der ihm die Grundlagen des Korans und der Sunnah mit dem Verständnis der Salaf lehrte. Er studierte bei diesem Scheich über zehn Jahre. Danach erlernte er weiteres Wissen bei anderen Shuyukh, unter anderem auch übers Internet.
Von 2010 bis 2020 war Abul Baraa Teil der Führung der Sahaba Moschee. Die Moschee hatte Besucher aus etlichen Nationen. Von 2010 bis 2014 machte Abul Baraa regelmässig Deutschlandtouren und predigte in über dreissig verschiedenen Moscheen. 2019 hatte die Sahaba Moschee keine Verlängerung mehr für den Mietvertrag und musste deshalb im Jahr 2020 schliessen.
